Das achte Ziel der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen von 2015 streicht die Bedeutung menschenwürdiger Arbeit hervor. Es verbindet die menschenwürdige Arbeit mit dem Wirtschaftswachstum. Vor allem in Entwicklungsländern kann die Armut ohne Wirtschaftswachstum nicht überwunden werden. Es geht aber in einer nachhaltigen Wirtschaft nicht um Wachstum an sich, sondern um ein Wachstum, das die Lebensqualität verbessert. Teil dieser Lebensqualität ist eine menschenwürdige Arbeit.

Im Rundbrief des WUS ( World University Service ) habe ich den Hinweis auf die Brot für die Welt- Studie „Edles Metall – unwürdige Arbeit“ gefunden. In dieser Studie geht es um die Verantwortung deutscher Unternehmen beim Platinabbau in Südafrika. Der Nationale Aktionsplan zur Umsetzung der Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte, den die Bundesregierung 2016 verabschiedet hat, ruft deutsche Unternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte in globalen Lieferketten auf. Die Einhaltung dieser Vorgaben und deren Dokumentation liegen bisher in den Händen der Konzerne.Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass

freiwillige Vorgaben für Unternehmen nicht ausreichen. Platin ist einer der am meisten exportierten Rohstoffe aus Südafrika. Jedoch profitieren die Bergbauarbeiter/-innen und die umliegenden Gemeinden kaum vom Abbau des Metalls. Sie leiden unter menschenunwürdigen Arbeits-bedingungen und einer unfairen Entlohnung, wie Brot für die Welt darlegt. So sind in den letzten zehn Jahren laut der Studie 1000 Minenarbeiter/-innen unter Tage gestorben. Die Platinminen werden oft von transnationalen Bergbaukonzernen betrieben. Wichtige Abnehmer/-innen in Deutschland sind Konzerne der Automobilindustrie, die das Platin zum Bau von Abgaskatalysatoren benötigen.

Ein Kern des Problems: solange Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards vor allem im globalen Süden aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit, aber auch zwecks Ausbeutung von Menschen nicht

umgesetzt werden und die Firmen des Nordens daraus Vorteile ziehen, kann menschenwürdige Arbeit nicht erreicht werden.

Die Studie kann kostenfrei auf

www.brot-fuer-die-welt.de unter der Rubrik „Publikationen/Material“ heruntergeladen werden.

Siegrun Böke