Kreuz Heydt

Das Kreuz

Siehst Du die beiden Balken dort am Kreuz?

Der eine horizontal - der andere vertikal.

Die meisten Menschen tun sich schwer

und denken, sie haben nur die Wahl

zwischen dem einen Balken quer

oder dem anderen, longitudinal.

Die einen wollen das Irdische genießen und sich dort ausbreiten,

die anderen sich zwischen Himmel und Erde ausweiten.

Doch sie übersehen diesen verhältnismäßig kleinen Punkt,

an dem horizontal und vertikal sich einen.

Du aber, suche diesen Punkt den kleinen

und dehn‘ ihn weiter aus zu einem Kreise,

betrachte nun den Punkt auf diese Weise.

In diesem Kreis sind sich horizont- und vertikal ganz nah

und wiederum eigentlich nicht da.

In diesem Kreis wird Zeit zur Unendlichkeit

und Raum zu Unermesslichkeit 

Jesus hing an einem Kreuz,

sein Körper voll Schmerz und wund,

sein Herz aber hing vor diesem einen Punkt

und in dem Moment als der Vorhang im Tempel zerriss,

der Körper den Geist in die göttliche Freiheit entließ.

© Elke Hilbert

 

Unsere Homepage wird auch in anderen Gemeinden gern genutzt. Diesen Beitrag zur Passions- und Osterzeit schickte Elke Hilbert aus Bredeney. Wir freuen uns und sagen "Danke". 

Elke300
Elke Hilbert, geb. 1962, diplomierte Sportwissenschaftlerin, Physiotherapeutin, z.Zt. in der Ausbildung zur psychotherapeutischen Heilpraktikerin.    

Sportwissenschaftlerin ist eigentlich der falsche Ausdruck zu dem Studium, dass ich in Hamburg genoss. Eigentlich war es mehr ein Studium der Bewegungswissenschaften. Darin kann ich mich auch besser wiederfinden, denn Leben begreife ich als Bewegung und ideal ist es, wenn innere Bewegung, das was uns antreibt, mit der äußeren Bewegung konform einhergeht.    

Motivation:

Was mich bewegte, habe ich bereits seit meiner Kindheit in Gedichten niedergeschrieben. Sie begleiteten mich fortan in meinem Leben, unsichtbar für die Außenwelt. Als stille Begleiter gaben sie mir Halt, wenn etwas von außen drohte, mich aus der Mitte zu bringen. Dann wurden stellvertretend die Gedichte zu meinem Mittelpunkt.

Und wenn es mir zuweilen die Sprache verschlug, die Worte fehlten, wenn ich hätte reden sollen, wartete immer noch geduldig das Papier auf mich und nahm meine Worte widerstandslos auf. Auf dem Papier hatten die Worte genügend Zeit, aus der Tiefe, dem Innersten empor an die Oberfläche zu gelangen. Waren die ersten Worte aber erst einmal dort angelangt, sprudelten die nächsten nur so hervor und flossen wie ein Gebirgsbach: klar, reinigend und erfrischend, ohne jede Anstrengung und wie selbstverständlich, weiter.