Einen besonderen Prediger konnten wir am 19. März in der Gnadenkirche begrüßen: den Essener Weihbischof Wilhelm Zimmermann. In der fast 125jährigen Geschichte der Gnadenkirche ist es das erste Mal, dass ein katholischer Bischof dort zu Gast war.

 

Weihbischof Zimmermann griff in seiner Predigt die Gedanken Martin Luthers zum Kreuz auf und betonte ihre Gültigkeit für das heutige Reden von Gott, das evangelische und katholische Christen verbindet. Er wies die Gemeinde darauf hin, dass es vor 50 oder 60 Jahren wohl kaum möglich gewesen wäre, dass ein katholischer Weihbischof in einer evangelischen Kirche predigte. Er erinnerte an konfessionell getrennte Schulhöfe als Zeichen dafür, dass das Miteinander der Konfessionen damals längst nicht so ausgeprägt war wie heute.

 

Der Weihbischof betonte, dass in diesem Jahr protestantische und katholische Christen zum ersten Mal gemeinsam auf das Ereignis der Reformation vor 500 Jahren blicken. Das sei wichtig, da angesichts einer wachsenden Säkularisierung der Gesellschaft nur noch wenige Menschen die konfessionelle Trennung der Christen verstehen würden. Er ermunterte zu mehr ökumenischem Miteinander und betonte: „Kirche ohne Ökumene ist heute einfach nicht mehr denkbar.“

 

Beim anschließenden Kaffeetrinken blieb der Weihbischof im Kreis der Gemeinde, erzählte von seinen Aufgaben als Bischofsvikar für die Ökumene und beantwortete gerne die Fragen der Gemeindeglieder.

 

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