Kirchenmusik in der Gnadenkirche

Am Sonntag, den 18. September, fanden in der renovierten und neu gestalteten Gnadenkirche ein Orgelkonzert zu Ehren der „Königin der Instrumente“ statt. Nach aufwendigen Reinigungs- und Wartungsarbeiten ist dieses kostbare und höchst qualitätvolle Instrument nun wieder in vollem Klang schöner denn je zu hören.

Und so stellte das Konzert auch die vielfältigen und unterschiedlichen Möglichkeiten der Orgel vor: sie erklang als Solistin mit zwei höchst anspruchsvollen Werken von Bach und Reger, die alle Klangfarben von leisesten Flötentönen bis hin zu vollem Gesamtklang aller Pfeifen beinhalten, dann als Instrument für ein 4händiges Duett, das den Spielern auf engstem Raum eine sehr genaue musikalische Abstimmung abverlangt, ganz anders dann als Begleitung zu zwei Gesangsstücken aus unterschiedlichen Zeiten und kontrastierender Stilistik, in denen sich zeigte, wie gut sich dieses Instrument auch anderen Klängen, insbesondere der Stimme, anzupassen vermag, und schließlich – ein eigener Höhepunkt – als stimmführende „Hauptperson“ in einem Orgelkonzert von Händel, in dem die Orgel und ein begleitendes Streichorchester sich immer wieder neue Motive in einem lebendigen Dialog zuspielen.

Nun ist es ja mit Orgelkonzerten immer etwas schwierig, da das zuhörende Publikum nichts zu sehen bekommt. Umso mehr kann man sich aufs Hören konzentrieren, könnte man sagen – dennoch aber fehlt für manche die zusätzliche Eindrücklichkeit des Anblicks. Um dem vorzubeugen, lud Matthias Michalek, Kirchenmusiker an der Gnadenkirche, die Zuhörer auf, zwischen den einzelnen Stücken die Plätze zu wechseln, um sich so einen differenzierten und unterschiedlichen Eindruck des Orgelklangs im Raume zu verschaffen – und auch einmal auf die Empore zu kommen, um den Spielenden zuzuschauen. Das wurde von vielen Besuchern gerne wahrgenommen, so dass sich immer wieder neue Gruppierungen in den Bänken, im Altarraum und oben bei der Orgel zusammenfanden, die äußerst aufmerksam und interessiert zuhörten.

Orgelkonzert

Dazu gab auch Matthias Michaleks Moderation Anlaß, die nicht nur über die Geschichte der Orgel in der Gnadenkirche berichtete, sondern auch mit ernsthafter Leichtigkeit durch das Programm führte und wissenswerte Hintergründe zu einzelnen Stücken weitergab – so z.B. galten für Bach Toccata und Fuge in d- Moll als „Teststück“, um eine neue Orgel abzunehmen – eine Probe, die unsere Orgel mit Bravour bestand. Doch auch dem brilliant musizierenden und improvisierenden Organisten Matthias Michalek wurde höchste Anerkennung zuteil – nicht nur in dem ungewöhnlich lang anhaltenden Applaus, sondern auch in vielen Rückmeldungen im Anschluss an das Konzert. Aber auch die Mitmusizierenden, die Streichergruppe der „Frinphoniker“ (mit Almuth Seeger, Barbara Wortmann-Hahn, Christoph Gerhard, Joachim Graebe, Albrecht Baumann und Andrea Vierle, die auch als Gesangssolistin und Orgelduett-Partnerin auftrat), wurden mit Begeisterung gewürdigt und erhielten viel positive Resonanz.

„Ein sehr berührendes Konzert“ – so war es immer wieder zu hören und: „hier wurde wirklich mit der Seele gespielt“, was sicherlich auch daran liegt, dass die Orgel in ihrer Vielfalt und Klangeigenart menschliche Herzen sehr unmittelbar zu erreichen vermag. Auch deshalb ist sie fester Bestandteil unseres Gottesdienstes und aller freudigen wie traurigen Ereignisse, die sich im Gemeindeleben ereignen.

Es bleibt zu hoffen, dass Konzerte dieser oder ähnlicher Art in Zukunft möglichst oft dargeboten werden, um vielen Zuhörern diesen besonderen Genuß zu eröffnen, den unsere Frintroper Königin in ausgezeichneter Weise zu gewähren vermag.