Mit einem Familiengottesdienst wurde die Gnadenkirche am 18. September 2016 wiedereröffnet. In gut sieben Wochen war von Mitte Juli bis Anfang September in ca. 8.500 Arbeitsstunden die Kirche renoviert worden. 13 Handwerksbetriebe waren an den Arbeiten beteiligt: Gerüstbauer, Maurer, Schreiner, Maler, Heizungsbauer, Fliesenleger, Parkettleger, Elektriker, Orgelbauer, Klavierbauer, Gebäudereiniger, Sitzpolster- und Lampenhersteller. Die ursprünglich veranschlagen Kosten von 240.000 Euro reduzierten sich tatsächlich auf 210.000 Euro.

Die Arbeiten, die ausgeführt wurden, waren: Beseitigung der Feuchtigkeitsschäden; Erneuerung der Elektrik; die Wände wurde gespachtelt und gestrichen, die Türen ausgebessert, die Beschläge erneuert, die Bänke saniert; die gesamte Media-Technik wurde erneuert, ebenso die Heizkörper; das Parkett wurde geschliffen und versiegelt; Orgel und Flügel wurden gewartet und gestimmt; die Beleuchtung wurde erneuert; die Bänke erhielten neue Sitzpolster; außerdem wurden neue Gesangbücher angeschafft.

Zum Familiengottesdienst, in dem Pfarrer Fritz Pahlke zwei kleine Kinder taufte, waren auch Oberbürgermeister Thomas Kufen und NRW-Justizminister Thomas Kutschaty gekommen. Außerdem hatten es sich der Bundestagsabgeordnete Arno Klare, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Rat der Stadt Essen Rainer Marschan und Ratsfrau Regina Hallmann nicht nehmen lassen, dieses für unsere Gemeinde bedeutende Ereignis mitzufeiern.

Nachdem die Kinder der Kita Zugstraße die Geschichte vom Fisch Swimmy gespielt und damit gezeigt hatten, wie wichtig „Gemeinschaft“ nicht nur für die Fische im Meer, sondern auch für die Menschen einer Kirchengemeinde ist, stellte Pfarrer Fritz Pahlke in seiner Predigt die Frage, ob es sicher überhaupt lohnt, eine 120 Jahre alte Kirche zu renovieren. Weiter fragte er, ob es sich lohnt, Kinder zu taufen. Und im Hinblick darauf, dass im Gottesdienst die Erzieherin Cornelia Schnare aus der Kindertagesstätte Zugstraße verabschiedet würde, fragte er, ob es sich lohnt, als Erzieherin in einer evangelischen Kindertagesstätte zu arbeiten.

Er beantwortete die Frage mit Ja, denn der Familiengottesdienst zeige, dass die Gemeinde kein Museum renoviert habe, sondern eine lebendige Kirche, die Zukunft hat. Die Kinder, die getauft würden, und die Kinder der Kindertagesstätte seien die Zukunft der Gemeinde, und sie hätten die Gesellschaft und die Kirche in einigen Jahren zu gestalten. Darüber hinaus zeige die Gnadenkirche, die oben auf dem Berg von weitem her sichtbar ist, etwas von der Wirklichkeit Gottes. Das Kreuz auf dem Kirchturm weise hin auf Jesus Christus, in dem Gott Mensch wurde, der am Kreuz starb und in seiner Auferstehung den Menschen eine Perspektive für ihr Leben bietet, die sie selbst sich nicht geben können. Deshalb lohne es sich, Kirchen zu erhalten und sie dann auch mit viel Geld zu renovieren; deshalb lohne es sich, Kinder zu taufen und ihnen die Begleitung Gottes für ihr Leben zuzusagen; deshalb lohne es sich, als Kirche Kindertagesstätten zu haben und Kinder mit dem christlichen Glauben bekannt zu machen.

Nach dem Gottesdienst lud die Kindertagesstätte Zugstraße zu ihrem Herbstfest in die Zugstraße 19 ein. Die Feierlichkeiten schlossen um 17.00 Uhr mit einem Einweihungskonzert anlässlich der Renovierung der Orgel und der Gnadenkirche in Essen Frintrop unter dem Thema „Die Königin gibt sich die Ehre“. Dabei erklang die Orgel: als Solistin (Toccata und Fuge von J. S. Bach und M. Reger), als Wetteifernde mit Orchester (Orgelkonzerte von G. F. Händel), als Begleitende (Orgel und Gesang) und als Spielplatz (für 4 Hände und Füße).